
SAVEWAY® System
Das SAVEWAY® System ermöglicht die kontinuierliche Restwandstärkemessung feuerfester Zustellungen während des Anlagenbetriebes. Es ist die einzige in der Sicherheitsüberwachung eingesetzte Technologie, welche die tatsächliche Restwandstärke anzeigt; und dies mit einer Genauigkeit von +-1/16 der Ausgangswandstärke. Neben sichtbarem Verschleiß, wie Erosion und Auswaschung, werden auch verdeckte Verschleißzustände, wie gefährliche Metallpenetration und Metallzungen, zuverlässig erkannt.
Die Erfassung von Spulenleckagen, wie sie bei Induktionstiegelöfen vorkommen, komplettiert das Leistungsspektrum der SAVEWAY® -Technologie.
Darüber hinaus ist das System im Stande die massive Überhitzung des Feuerfestmaterials aufgrund von Brückenbildungen im Ofen zu erkennen.

Allgemeine technische Informationen:
Der Ofenumfang wird in separate Sensorsegmente eingeteilt:
- Messung der Wandstärke in 16 Stufen
- Grün: Stufe 1-8*
- Gelb: Stufe 9-14 Vorwarnung*
- Rot: Stufe 15-16 Kritischer Verschleiß*
* Stufenanzeige wird abhängig vom Aggregat und kundenspezifisch kalibriert
Installation der SAVEWAY® Sensorenelektroden in einem Induktionstiegelofen:
Das SAVEWAY® System kann überall dort eingesetzt werden, wo keramisches Feuerfestmaterial verwendet wird und ein Temperaturgradient existiert.
Hauptanwendungsbereich ist jedoch die Restwandstärkemessung der feuerfesten Zustellung im Induktionstiegelofen.
ANIMATION DER Verschleißanzeige am SAVEWAY System am Beispiel eines Induktionstiegelofens
Die hohe Variabilität der Technologie ermöglicht die Anpassung an nahezu alle kundenspezifischen Aufgabenstellungen.
Weitere Anwendungsbeispiele:



- Signifikante Erhöhung der Sicherheit für Bedienpersonal und Anlage:
- Vermeidung von Ofendurchbrüchen
- Erkennung von Überhitzung aufgrund von Brückenbildung
- Sichere Anzeige auch von kleinsten Metallzungen - Betriebskostenoptimierung durch Reduzierung der Kosten für Instandhaltung, Feuerfestmaterialien und Produktionsausfall
- Steigerung der Anlagenverfügbarkeit aufgrund der risikofreien Erhöhung der Standzeit sowie der Planbarkeit von Zustellwechsel
- Gezielte Schmelzprozessoptimierung
- Ein System kann bis zu 5 Öfen überwachen
- Verschleiß radial lokalisierbar
- Nutzung mit nahezu allen Feuerfestmaterialien
- Einfache und sichere Bedienung
- Robustes Gerät für Arbeiten in rauen Umgebungen
- Multifunktioneller Einsatz an verschiedensten Anlagen
- Unkomplizierte Integration in bestehende Netzwerke
- Automatische Selbstdiagnose der Messtechnik
- Elektrisch autarkes Messsystem
- Schneller Remote Service mittels TeamViewer
- zeitlich unbegrenzte Datenspeicherung
- Vielzahl an standardisierten Datenausgabeprotokollen
- Einfache Integration in die Ofensteuerung
- Kombinierbar mit SAVELINE® und SAVEDRY®
Prinzipieller Fluss des Messstroms: Elektrode – Schmelze – Elektrode:

Bild: Prinzipieller Fluss des Messstroms: Elektrode – Schmelze - Elektrode
Zur Messung des Verschleißzustandes werden Sensorelektroden auf einer isolierenden Fläche (beim Induktionstiegelofen anstelle der herkömmlichen Gleitschicht auf dem keramischen Spulenputz bzw. dem Dauerfutter) installiert. Die Messung beruht auf der ausgeprägten Temperaturabhängigkeit des spezifischen elektrischen Widerstandes von Feuerfestmaterialien. Die 16-stufige Verschleißanzeige erfolgt für jedes Segment separat. Kritische Zustände werden als optische Meldungen ausgegeben.
Das gesamte Messsystem wird über den eingebauten Industrie-PC mit Microsoft-Betriebssystem gesteuert. Die Benutzeroberfläche wird durch die systemspezifische Software SAVEVISION bereitgestellt, die zur Datenerfassung und zur Visualisierung der verbleibenden Restwandstärke jedes Sensorsegments bei maximal 16 Segmenten im Wandbereich dient. Es gibt zwei Modi zur Anzeige der verbleibenden Restwandstärke. Der eine ist eine Draufsichtdarstellung des Ofens, der zweite eine sich selbst aktualisierende Diagrammanzeige. Das Umschalten zwischen diesen beiden Anzeigen erfolgt per Knopfdruck.
Diagrammdarstellung
Ofendarstellung
Die Messdaten werden ofenspezifisch gespeichert und können jederzeit auf dem Bildschirm angezeigt oder als Screenshot auf einem mobilen Speichermedium gespeichert werden. Dies ermöglicht einen statistischen Vergleich der Standzeiten. So lassen sich Rückschlüsse auf die Zuverlässigkeit des Feuerfestmaterials ziehen und der Ofenbetrieb entsprechend optimiert werden.
Das System kann den Verschleißverlauf über verschiedene Zeiträume anzeigen (siehe Kapitel 5 „History-Darstellung“). Mithilfe der Fernwartung über das Internet (SSL-Verschlüsselung, Passwortschutz) kann ein Saveway-Techniker einfach und kostengünstig eine Diagnose des gesamten Messsystems und des Verschleißverhaltens der feuerfesten Auskleidung in jedem Ofen durchführen. Updates und Softwareerweiterungen können schnell übertragen werden. Eine Abfragemöglichkeit des Verschleißverhaltens des Feuerfestmaterials durch den Kunden per Fernwartung ist vorbereitet.
Für den Ofenbetrieb kritische Zustände werden auf dem HMI als zusätzliche visuelle Meldungen („Vorwarnung“, „kritischer Verschleiß“) angezeigt. Für jede dieser Meldungen stehen potentialfreie Relaiskontakte zur Verfügung (z. B. zum Abschalten des Ofens in Abhängigkeit vom Verschleißverhalten).
Um die korrekte Funktion des Messsystems sicherzustellen und aufrechtzuerhalten, müssen alle Bedingungen und Anweisungen in der Betriebsanleitung beachtet werden. Dies gilt insbesondere für die Anzeige kritischer Verschleißzustände und Warnmeldungen.
Zusätzliches HMI Panel
Ein zusätzliches HMI-Panel kann als weitere Displayeinheit fungieren. Es verfügt, wie das Panel der Steuerungs- und Visualisierungseinheit, über einen 21,5“, Full HD Touchscreen im Edelstahlgehäuse (IP 66). Die Befestigung mittels VESA-Standard 100x100 erfolgt wahlweise an einem Desktop-Standfuß oder einer Wandhalterung mit Tragarm.
Die Standard-Kabelentfernung zwischen Steuerungs- und Visualisierungseinheit und dem Zusatz HMI beträgt 100 m (bis zu 500 m auf Anfrage möglich).
Das HMI besitzt eine eigenständige Visualisierungssoftware, die es ermöglicht, eine spezielle Konfiguration von Öfen darzustellen. Damit ist das Panel hervorragend geeignet, um an einer einzelnen Anlage (z. B. 1 Ofen) als separate Anzeige zu fungieren oder aber auch einen Überblick über alle am System angeschlossenen Öfen zu bieten.
Bild: Externes HMI-Panel mit Tragarm zur Wand- oder Deckenmontage
Externe LED-Statusanzeige
Die Anzeige des Feuerfestverschleißes eines Ofens erfolgt auf einer 3-stufigen LED-Signalsäule mit den Farben Grün, Gelb, Rot. Die LEDs leuchten jeweils dauerhaft und stellen immer die Farbe des aktuell kritischsten Zustands des Ofens dar. Die Erweiterung um ein akustisches Signal inklusive Silent-Taster ist möglich.
Bild: externe LED-Statusanzeige
Dualanzeige
Die Dualanzeige ermöglicht die gleichzeitige Anzeige der Verschleißzustände zweier Öfen auf einen Blick.

Bild: Dualanzeige am Beispiel eines Induktionstiegelofens
Ofeneinsatzerkennung
Mit Hilfe dieses Features erkennt das System automatisch, welcher Ofeneinsatz bzw. welche Ofeneinsätze aktuell am System angeschlossen sind. Die spezifische Konfiguration eines jeden Ofeneinsatzes wird dabei automatisch geladen. Diese beinhaltet:
- verwendete Feuerfestmaterialien
- Zieltemperaturen
- Ofenkapazität (Tonnage)
- Anzahl der Umfangssegmente
- Schwellwerte für Alarmausgabe
Auf Basis der Konfiguration werden Verschleiß- und Historie-Darstellungen der Software individuell angepasst. Alle Datensätze werden zeitlich unbegrenzt und spezifisch dem Ofeneinsatz gespeichert.
Es kann somit nachvollzogen werden, wann mit welchem Ofeneinsatz geschmolzen wurde und wie das Verschleißverhalten der unterschiedlichen Einsätze ist.

Gradientenauswertung
Das Modul dient zur Warnung bei unüblichen Anstiegen des Verschleißsignals, welche bei abnormem Ofenbetrieb (z. B. Brückenbildung) auftreten können.
Basis für das Triggern dieser Warnung ist ein Anstieg um eine einstellbare Anzahl an Verschleißstufen pro Zeitintervall (ebenfalls einstellbar). Die als „Kritischer Anstieg“ definierte Erhöhung der Verschleißstufe wird kundenspezifisch festgelegt. Sie kann für jedes Segment separat eingestellt werden. Die Anzeige eines kritischen Anstieges erfolgt direkt für das betroffene Segment. Zusätzlich gibt es für den betroffenen Ofen eine zusammengefasste Gefahrenmeldung „Kritischer Anstieg“. Diese Gefahrenmeldung wird ebenfalls in den History Darstellungen angezeigt. Die Sammelmeldung „Kritischer Anstieg“ wird auch über eine zusätzliche Relaisschnittstelle in der Steuerungs- und Visualisierungseinheit ausgegeben.

Bild: Gradientenauswertung am Beispiel eines Induktionstiegelofens
Bild: Maximalwertspeicher am Beispiel eines Induktionstiegelofens
Der Maximalwertspeicher dient der kurzzeitigen Anzeige und Speicherung der maximalen Verschleißstufe pro Segment bis zum manuellen Rücksetzen. Somit ist eine einfache und schnelle Erfassung des maximalen Verschleißes möglich. Dieser schnelle Überblick ist beispielsweise bei Schichtwechsel von enormem Vorteil.
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